Laufende Forschungsprojekte

Seeverkehrsmanagement auf Europäisch: Dritte Phase des MONALISA-Projekts

Im Rahmen des EU-Projekts MONALISA 2.0 hat das Fraunhofer CML bis Herbst diesen Jahres federführend an der Entwicklung eines europaweiten Simulationsnetzwerks für Risikoanalysen mitgewirkt und gemeinsam mit den Projektpartnern einen Sea-Traffic-Management (STM)-Plan erstellt. Ziel des im Oktober 2013 gestarteten Projekts war es, einen Rahmen für das europäische Seeverkehrsmanagement auszuarbeiten und dadurch langfristig die Sicherheit in der Schifffahrt zu verbessern. Zudem wollten die Partner die Effizienz, Kapazität, Flexibilität und die Vorhersagbarkeit des maritimen Transports verstärken und die administrativen Hürden des maritimen Sektors reduzieren.

Mit dem nun gestarteten STM Validation Project geht MONALISA 2.0 in die nächste Runde: „Bevor das STM in den nächsten Jahren in die weitere Entwicklungs- und Nutzungsphase gehen kann, ist unser nächster Schritt, das bisherige Konzept zu validieren“, so Ole John, Senior Research Associate am Fraunhofer CML. So sollen zum einen mögliche Fehler des STM identifiziert werden und zum anderen verhindert werden, dass es in der Entwicklungs- und Durchführungsphase später zu Problemen kommt, die den weiteren Verlauf des Projekts gefährden könnten. Im Rahmen des STM Validation Project kommen in Nordeuropa und dem Mittelmeerraum 300 Schiffe, zehn Häfen verschiedener Größe und drei Shore Center zum Einsatz. Auf seine Anwendbarkeit geprüft wird das STM von insgesamt 39 Projektpartnern (privat, öffentlich und akademisch) aus 13 Ländern. Das Projekt verfügt über ein Gesamtbudget von 43 Millionen Euro, das zur Hälfte von der EU getragen wird. Die Projektdauer beträgt drei Jahre und endet 2018.

Hier finden Sie einen informativen Kurzfilm, der Ihnen die Vorzüge von STM veranschaulicht.

Neues Forschungsprojekt C-BORD: Containersicherheit durch berührungslose Inspektion

Der internationale Containerverkehr ist vielen Risiken ausgesetzt: Frachtcontainer können für Schmuggel, illegale Einwanderung, Drogenhandel oder den Transport gefährlicher illegaler Substanzen missbraucht werden. Das im Programm Horizon 2020 von der EU geförderte Forschungsprojekt C-BORD (effective Container inspection at BORDer control points) unterstützt die sicherheits- und zollrechtliche Überprüfung von Containern, indem die Projektpartner Lösungen und ihre Anwendung aufzeigen. Mithilfe innovativer Erkennungstechnologien, etwa mittels Röntgenstrahlen, passiver Strahlenmessung oder Gasdetektoren, wird C-BORD die Wahrscheinlichkeit, illegale oder gefährliche Inhalte erfolgreich zu detektieren, deutlich erhöhen.

Neues Forschungsprojekt MITIGATE: Cybersicherheit in der maritimen Supply Chain

Das Fraunhofer CML entwickelt seit September 2015 gemeinsam mit elf Partnern aus Forschung und Wissenschaft, Logistik und Hafenverwaltungen aus Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Griechenland und Rumänien das innovative Risikomanagement-System MITIGATE (Multidimensional, integrated, risk assessment framework and dynamic, collaborative Risk Management tools for critical information infrastructures). Da die Lieferkette auch eine Risikokette darstellt, sind Unternehmen zunehmend von Informationssicherheitsvorfällen ihrer Kunden, Partner oder Lieferanten betroffen und dadurch vor neue Herausforderungen gestellt. MITIGATE soll diese Sicherheitslücke schließen.

Den Kern des Risikomanagement-Systems von MITIGATE bildet eine offene Simulationsumgebung, mit Hilfe derer die Benutzer mögliche Risikoszenarien nachbilden und analysieren können. Zudem helfen diese Simulationen dann, Gefahren in Zukunft besser vorhersehen und dadurch vermeiden zu können. MITIGATE wird im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 gefördert und hat eine Laufzeit von 30 Monaten. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 3,5 Mio. Euro.

NAUTEK: Nachhaltige Aufbereitungstechnologien zur Abwasserreinigung & -wiedernutzung auf Kreuzfahrtschiffen

Im September 2013 startete am CML das Projekt NAUTEK mit dem Ziel der Verringerung der Umweltwirkungen von Kreuzfahrtschiffen. Während der Laufzeit von 36 Monaten sollen zukunftsorientierte abwassertechnische Innovationen sowie innovative Abwasser-(wiedernutzungs-)konzepte für Kreuzfahrtschiffe entwickelt werden. Das CML arbeitet innerhalb eines Konsortiums aus Forschungs- und Industrieunternehmen sowie dem Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises. Seine Aufgaben sind die Untersuchung der aktuellen Situation des Abwassermanagements auf Kreuzfahrtschiffen, die Analyse logistischer Aspekte und die Integration von Abfallentsorgungsprozessen im Hafen sowie die Entwicklung zukunftsweisender Ansätze für ein ganzheitliches (Ab-)Wassermanagement auf Kreuzfahrtschiffen. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

PORTOPIA

Nichts Geringeres als der Aufbau eines Cloud Services zur individuellen Messung der Leistungsfähigkeit europäischer See- und Binnenhäfen ist das Ziel des größten EU-Forschungsprojekts in der maritimen Wirtschaft mit informations-technologischem Schwerpunkt. Das Projekt wird von der EU mit drei Millionen Euro gefördert, das Gesamtvolumen beträgt rund 4,3 Mio. Euro.
Das CML ist gemeinsam mit dem Dortmunder Fraunhofer IML Partner in PORTOPIA. Dieses Vorhaben wird von zwölf internationalen Organisationen aus Industrie und Wissenschaft aus neun europäischen Staaten im Laufe von vier Jahren durchgeführt.
Durch die Entwicklung eines Systems aus Leistungskennzahlen (KPIs) soll eine Vergleichbarkeit der Wettbewerbsfähigkeit von Häfen hergestellt werden, die auch als Grundlage für politische Gestaltungsmöglichkeiten dienen kann. Zu diesem Zweck werden verschiedene Bereiche wie Markttrends und -strukturen, sozio-ökonomische Aspekte, Umwelt und Sicherheit, Logistikketten sowie Qualität untersucht. Das CML ist zusammen mit dem IML Leiter des Arbeitspakets „Inland Ports“ und darüber hinaus beteiligt an drei weiteren Aufgabenpaketen.