Schiffsführungssimulatoren

Simulation und Automatisierung der Seeschifffahrt

Die Entwicklung von Assistenzsystemen für die Seeschifffahrt stellt am CML seit vielen Jahren einen wichtigen Forschungsschwerpunkt dar.

© CML
Der mobile Schiffsführungssimulator ermöglicht den Einsatz auch außerhalb des Fraunhofer CML

Ein Konzept für ein autonom fahrendes Handelsschiff bildete den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Reihe von Technologien, die seither weiterentwickelt und mit den Schiffssimulatoren des CML abgebildet und getestet werden. Beispiele für die neuen Lösungen sind eine Landkontrollstation, die eine umfassende Überwachung einer Schiffsflotte von Land aus ermöglicht, und ein autonomes Navigationssystem, das potenziell gefährliche Situationen frühzeitig erkennt und im Bedarfsfall regelgerechte Reaktionen vorschlägt. Um weitere Dimensionen maritimer Simulationen zu erschließen, entwickelten die Forschenden am CML das Europäische Maritime Simulatornetzwerk EMSN. Weltweit können so aktuell 37 Schiffsbrücken an 13 Standorten verbunden werden, um virtuell gemeinsame Manöver zu fahren, kritische Situationen abzubilden oder neuartige Kommunikationslösungen zu erproben.

Die Zusammenarbeit mit Novia, der seefahrtsspezifischen Hochschule im finnischen Turku, hat zur Gründung der ersten Fraunhofer-Innovationsplattform in Finnland, „Fraunhofer Innovation Platform for Smart Shipping at Novia University of Applied Sciences“, kurz FIP-S2@Novia geführt. Die umfangreichen Simulations-Infrastrukturen und das gebündelte Know-how werden zunächst in einer Spiegelung des EMSN umgesetzt, damit große virtuelle Manöver auch aus Finnland initiiert und durchgeführt werden können.

Einen neuen Schritt in Richtung virtueller Integration stellte FIP-S2@Novia auf der Nor-Shipping 2022 in Oslo vor: Ein weiterer Teilnehmer wird in einer Simulation über eine VR-Brille integriert, die zur Steuerung von SAR-Einsätzen eines schnellen Rettungsboots („Fast Rescue Boat“) eingesetzt wird.