Weltweit erste Forschungs- und Testanlage für die Schiffsbetankung mit erneuerbaren Kraftstoffen

Multi Fuel Bunkering Facility (MFBF)

Das Fraunhofer CML plant, baut und betreibt die MFBF im Rahmen des Projekts H2AM – Hanseatic Hydrogen Center for Aviation and Maritime. Die Anlage ermöglicht es Unternehmen, Bunkerprozesse für alternative Schiffskraftstoffe unter realen Hafenbedingungen zu testen.

Auf einen Blick

Merkmal Angabe
Standort Hamburger Hafen
Betreiber Fraunhofer CML
Rahmenprojekt H2AM
Beauftragung März 2025
Kraftstoffe Ammoniak, Flüssigwasserstoff (Erweiterung: Methanol, komprimierter Wasserstoff geplant)
Zugang Jetty für seeseitigen Zugang
Besonderheit Weltweit erste Anlage dieser Art

 

Was macht die MFBF?

Die MFBF ist eine Test- und Forschungsanlage in Realgröße für das sogenannte Bunkering – die Betankung von Schiffen. Im Fokus stehen erneuerbare, klimafreundliche Kraftstoffe, die fossile Schiffskraftstoffe künftig ersetzen sollen. Anders als bei etablierten Kraftstoffen gibt es für Ammoniak und Flüssigwasserstoff noch Entwicklungsbedarf bei der Technologie, wie Boil of Gas Systemen oder Pumpen sowie Schläuchen. Zudem gibt es bei den alternativen Kraftsoffen keine standardisierten, sicheren Bunkerprozesse – genau hier setzt die Anlage an.

Warum wurde die MFBF gebaut?

- Beschleunigung des Übergangs von fossilen zu erneuerbaren Schiffskraftstoffen

- Unternehmen erhalten die Möglichkeit, eigene Produkte unter realen Bedingungen zu testen und so Entwicklungszeit und -kosten zu reduzieren

- Nutzung einer vorhanden Testinfrastruktur für Unternehmen, um Produktentwicklungskosten und -zeit zu senken  

- Unterstützung bei der Entwicklung sicherer, standardisierter Bunkerprotokolle 

- Unterstützung für Studien beim Handling mit Ammoniak und Flüssigwasserstoff als Kraftstoff

Welche technischen Möglichkeiten bietet die Anlage?

Komponente Kapazität / Spezifikation
Ammoniaktanks  2× je 105 m³
Flüssigwasserstofftanks  2× je 65 m³
Pumpenleistung  Volumenströme bis 450 m³/h
Zusatzversorgung  Stickstoff, Propan
Testflächen  Jetty (seeseitig) und Landflächen
Umweltsimulation  Realitätsgetreue Abbildung von Tidenhub und maritimer Umwelt
Erweiterbarkeit  Flächen für Methanol und komprimierten Wasserstoff vorhanden

 

Welche Herausforderungen adressiert die Anlage?

Der Umgang mit Ammoniak und Flüssigwasserstoff stellt besondere Anforderungen an Sicherheit und technische Ausstattung:
- Beide Kraftstoffe sind explosiv, Ammoniak zusätzlich toxisch
- Es existiert weltweit keine vergleichbare Testanlage – Prozesse und Sicherheitsstandards müssen erstmals systematisch erprobt werden

Wie können Sie die MFBF nutzen?

Unternehmen und Forschungseinrichtungen können die Anlage nutzen, um:

  • eigene Bunkeranlagen-Komponenten unter realen Hafenbedingungen zu testen
  • neue Bunkerprozesse und -protokolle zu entwickeln und zu validieren
  • Produktentwicklung zu beschleunigen und Testkosten zu senken
  • Validierung von Produktdatenblätter in sog. Performance tests

Kontakt für Testanfragen: M. Sc. Patrick Zimmerman, patrick.zimmerman@cml.fraunhofer.de

Häufige Fragen (FAQ)

Was unterscheidet die MFBF von anderen Testanlagen? Sie ist weltweit die erste Anlage, die die Betankung von Schiffen mit Ammoniak und Flüssigwasserstoff unter realen Hafenbedingungen inklusive Tidenhub und maritimer Umwelt abbildet.

Welche Kraftstoffe können getestet werden? Aktuell Ammoniak und Flüssigwasserstoff. Erweiterungen um Methanol und komprimierten Wasserstoff sind bereits in der Fläche vorgesehen.

Wo befindet sich die Anlage? Im Hamburger Hafen, mit einem Jetty für den seeseitigen Zugang.

In welchem Projekt ist die MFBF entstanden? Im Rahmen von H2AM – Hanseatic Hydrogen Centre for Aviation and Maritime, Beauftragung im März 2025.

Letzte Aktualisierung: September 2026